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facunda green: Interview mit Günther Kastner zum Thema "Vision Microfinance"
Die in Wien ansässige Fondsgesellschaft Absolute PM ist auf Auswahl, Analyse und Management von Alternativen Investments spezialisiert. Seit 2006 legt sie den Spezial-Fonds "Dual Return Fund - Vision Microfinance" auf. Mikrofinanzierung boomt und hat sich in den letzten Jahren zu einem attraktiven Anlageziel entwickelt. Seit Februar 2010 kooperiert Absolute PM mit der Bank im Bistum Essen, einem Spezialisten in diesem Bereich.
facunda green sprach mit einem der Geschäftsführer von Absolute PM, Günther Kastner, über den Fonds "Vision Microfinance". Günther Kastner blickt auf eine fünfzehnjährige Erfahrung im Bereich Asset Management zurück und ist auf Alternative Investments spezialisiert. Er agiert als Vorstand der "Vereinigung Alternative Investments Österreich" und wird seit Jahren für sein Fondsmanagement ausgezeichnet.
Facunda green: Herr Kastner, hat Sie dazu bewogen, den Fonds "Vision Microfinance" aufzulegen?
Günther Kastner: Für "Absolute Portfolio Management" (APM) war die Idee der sozialen Verantwortung und die Beschäftigung mit "Social Responsible Investments" immer eine echte und ernsthaft betriebene Alternative. Die Planung eines Mikrofinanz-Fonds, 2005, mit effektiver Umsetzung der Idee, 2006, war aus unserer Sicht nur logisch.
facunda green: Ihr Fonds wurde im April 2006 aufgelegt. Wie war die Performance seitdem im Vergleich zu konventionellen Anlageformen? Wie sehen Sie die Entwicklung für das laufende Jahr?
Günther Kastner: Mit den sehr erfreulichen Jahresperformances des "Dual Return Fund - Vision Microfinance" (2009 mit 3,27% und 2008 mit 5,60% für die Tranche für Privatanleger) hat unser Fondsmanager nicht nur für einen respektablen Ertrag gesorgt, es wurde auch wieder deutlich, dass durch die geringe Korrelation mit den klassischen Wertpapiermärkten in stark korrigierenden Marktphasen, unser Mikrofinanz-Fonds sehr gute Beiträge zur Stabilisierung und Optimierung eines Portfolios leisten kann. Für das Jahr 2010 erwarten wir wiederum sehr positive Erträge im Ausmaß von 3,5 - 4,5 % nach Spesen.
Facunda green: Ihr Fonds enthält überwiegend festverzinsliche Anlagen in Form von Darlehen an MFIs. Mit welchen Instituten arbeiten Sie hier zusammen? Wie hoch sind die durchschnittlichen Darlehen die Sie an einzelne Institute vergeben?
Günther Kastner: Der Fonds zielt neben einem optimalen Ertrag/Risiko - Profil auf weitreichende wirtschaftliche und soziale Wirkung in den Entwicklungsländern.
Als wesentliche Kriterien bei der Auswahl der Mikrofinanzinstitute (MFIs) sehen wir u.a.:
- Gesetzliche Rahmenbedingung des jeweiligen Landes
- "Berechenbarkeit" der Steuer- u. Devisen-Politik
- Steuerliche Behandlung von ausl. Investitionen u. Krediten
- Konvertierbarkeit der Währung
- Rechtspersönlichkeit des MFI
- Stabilität und Qualität des MFI
- Mehrjährige stabile Bilanz und positive Geschäftsentwicklung als MFI
- Der durchschnittliche Kredit beläuft sich auf ca. 1 Mio USD.
Facunda green: Der Fonds enthält überwiegend festverzinsliche Anlagen; wie werden die restlichen Gelder verwendet?
Günther Kastner: Der Fonds hält grundsätzlich 5 - 15 % hoch liquide als Barreserve bzw. in Geldmarkt-Veranlagungen, um seinen Verpflichtungen gegenüber den Anlegern problemlos nachkommen zu können. Sämtliche Nicht-Euro-Positionen sind abgesichert.
facunda green: In der regionalen Diversifikation konzentrieren Sie sich insbesondere auf Russland, Kaukasus und Zentralasien. Erklären Sie uns bitte die Gründe dafür.
Günther Kastner: Es ist richtig, dass per Ende Februar ca. 33 % des Mikrofinanz-Portfolios in Russland, Kaukasus und Zentral-Asien veranlagt sind. Der Anteil dieser Märkte kann allerdings wieder deutlich zurückkommen. Der Anteil am Portfolio wird auch von der Qualität der nachfragenden MFIs und von Laufzeiten der jeweiligen gesuchten Kredite mitbestimmt.
Grundsätzlich bemüht sich das Fondsmanagement um ein ausgewogenes, globales Portfolio. 27 % sind in Süd-Amerika veranlagt, 14 % in Mexiko, Zentralamerika und der Karibik; Zentral- und Osteuropa mit 13 % und Ostasien & Pazifische Region stellen mit ca. 10 % des Kreditportfolios wichtige Komponenten des Gesamtportfolios dar.
facunda green: Seit Februar investieren Sie auch in Kolumbien. Was hat Sie dazu bewogen dort aktiv zu werden?
Günther Kastner: Nach eingehender Analyse der sehr positiven Reformen, die wir in Kolumbien sehen, erwarten wir eine weitere Entwicklung, die Anlass zu neuer Zuversicht gibt.
facunda green: Transparenz ist ein großes Thema in diesem Investmentbereich. Erfahren Investoren, zu welchem Zwecke die vergebenen Darlehen verwendet werden?
Günther Kastner: In unseren monatlichen Fact-Sheets ist jederzeit die regionale Zusammensetzung unseres Portfolios, die ungefähre Anzahl der Menschen, die mit den Darlehen erreicht werden, etc. ersichtlich. Wir informieren regelmäßig in welchen Bereichen die Mikro-Unternehmer tätig sind: Handel, Landwirtschaft, Gewerbe, etc.
Die regelmäßigen Analysen der Finanzdaten der Mikrofinanzinstitutionen und on site Prüfungen durch unseren Partner Symbiotics und MF-Rating Agenturen ist weitgehend sichergestellt, dass die Darlehen bestimmungsgemäß eingesetzt werden.
facunda green: Wie erklären Sie sich den Boom der Mikrofinanzen?
Günther Kastner: Laut Weltbank finden derzeit nur ca. 4 % der nachgefragten Mikrokredite entsprechendes funding. Der "Boom" wird mit hoher Wahrscheinlichkeit weitergehen, weil eine weiterhin eine enorme Nachfrage nach Mikro-Krediten besteht. Sehr positiv kann auch das steigende Interesse vieler Anleger an sozialwirksamen und ethischen Investments gesehen werden.
Mikrofinanz-Produkte können eine große Wirkung haben; nicht umsonst spricht man von zweifachen Renditen, von finanziellen und von sozialen Returns. Die Vorteile vieler Mikrofinanz-Fonds: geringe Korrelation mit traditionellen Asset-Klassen, geringe Volatilität, äußerst geringe Kreditausfalls-Quoten, breite Diversifikationsmöglichkeiten, etc. werden auch in Zukunft für Anleger attraktiv sein.
facunda green: Wie ist die prozentuale Verteilung von Privat- und institutionellen Investoren und Wie hoch schätzen Sie den Wert "soziale Verantwortung" bei der Vergabe von Mikrokrediten ein?
Günther Kastner: Das Fondsvermögen wird zu ungefähr 40 % von institutionellen Anlegern, zu weiteren 20 % von Stiftungen gehalten. Ca. 40 % des Kapitals kommt von privaten Anlegern.
Der soziale Aspekt vom Thema Mikrofinanz ist für uns nicht zu trennen. Wir sind überzeugt, dass die reale Wirkung vor Ort, die Möglichkeiten, die damit für arme, aber unternehmerische Menschen eröffnet werden, eine kaum in Zahlen auszudrückende zusätzliche, soziale Rendite liefern. Unser Ziel ist es, die berechtigten Wünsche von Anlegern nach einem Ertrag für ihre Veranlagung mit dem Sinn und Hoffnung bietenden sozialen Dimension des Thema Mikrofinanz zu verbinden.
Wir bedanken uns vielmals bei Günther Kastner, Geschäftsführer von Absolute PM
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