APM Kommentare

04.05.2010
Gold - Die Position des geringsten Risikos
Kategorie: APM Kommentare
Von: Andreas Boeger

Gold sollte stets als Währung – besser: als Kassenmittel - angesehen werden. Der Goldpreis steigt wenn a) die alternativen Kassenmittel keinen ausreichenden Zinsvorteil bieten und b) wenn die alternativen Kassenmittel unter steigenden Ausfallsrisiken leiden. Das ist eine simple aber vollständige Zusammenfassung der Goldanlage.

Alternative Kassenmittel sind Tagesgelder, Termingelder, kurzfristige Staatsanleihen und andere Verbindlichkeiten mit geldähnlichem Charakter. Die realen Zinsen sind schon seit längerem nahe Null Prozent, dadurch ist der Zinsvorteil dieser alternativen Kassenmittel gering, bzw. nicht existent. Ferner nehmen die Ausfallrisiken stetig zu und haben nun auch die Staatsanleihen von EU-Mitgliedsstaaten erreicht. Spätestens seit der drohenden Zahlungsunfähigkeit Griechenlands werden ehemals „risikolose“ Anlagen in einem anderen Licht gesehen.

Mit Hilfe der aktuellen Entwicklung lässt sich jetzt auch eine klassische Kritik an der Goldanlage widerlegen: Anders als die Papierwährungen generiere Gold kein Einkommen. Diese Aussage ist schlichtweg falsch. Ein Euro generiert auch kein Einkommen, es sei denn, man verleiht diesen Euro an die Bank oder an den Staat und nimmt die entsprechenden Ausfallrisiken in Kauf.

In diesem Umfeld hat der Goldpreis in Euro ein neues Rekordhoch erreicht, auch in USD ist ein neues Hoch nicht weit entfernt. Die monetäre Bedeutung von Gold nimmt stetig zu, Gold vollzieht den Wandel von „Hedge gegen Inflation“ zu „Position des geringsten Risikos“.

Es ist aus unserer Sicht sinnvoll, in dieser Zeit der monetären Instabilität die persönliche Buchhaltung auf Gold um zu stellen. Die Aktiengewinne des letzten Jahres erscheinen damit nur als nominelle Preisänderung in einer entwerteten Währung, gegenüber Gold haben sich die Aktienpreise kaum verändert. Durch solch einen Schritt verliert das „Risiko“ und die „Volatilität“ von Gold an Bedeutung, entscheidend ist fortan die relative Kaufkraft der persönlichen Recheneinheit.

Goldaktien sind unterbewertet

Im Vergleich zum Goldpreis haben sich die Goldaktien seit dem schwachen Aktienjahr 2008 unterdurchschnittlich entwickelt. Bei einer gleichen relativen Bewertung wie 2004 – 2007 müssten die Aktien circa 50% höher notieren. Solche Verschiebungen können vielfältige Gründe haben und sollten nicht als alleinige Basis einer Anlageentscheidung dienen.

Dennoch deutet einiges auf eine Unterbewertung der Goldaktien hin. Das Hauptargument lautet, dass die Kosten im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld tendenziell sinken (Kostentreiber v.a. Löhne und Energie) und die Produkterlöse tendenziell steigen (Goldpreis auf Rekordniveau). Die letzten Quartalsergebnisse der Goldminenunternehmen sind vielversprechend. Das Schwergewicht Barrick Gold konnte den Umsatz von 1,78 Mrd. USD auf 2,56 Mrd. USD erhöhen, da der erzielte Goldpreis pro Unze von 915 USD auf 1.114 USD anstieg; gleichzeitig sanken die Produktionskosten um 8,7% auf 442 USD pro Unze.

Ein weiterer, noch wenig beachteter Vorteil der Goldaktien ist die Diversifikation des Rechtsrisikos. In einem Interview hat kürzlich auch Dr. Marc Faber auf das reale Risiko der Konfiszierung privater Goldbestände hingewiesen. Die USA könnten die Europäer zu solch einer Maßnahme zwingen und postwendend den Preis auf USD 10.000 hochsetzen. Es gibt einen bekannten Präzedenzfall, nämlich 1933 in den USA, als der private Goldbesitz über Nacht von Präsident Roosevelt verboten wurde. Beteiligungen an Goldminenunternehmen waren von dieser Maßnahme ausgenommen und stiegen in der Folge dividendenbereinigt um mehrere hundert Prozent.

Die Goldaktien zeigten im Zuge der Griechenlandkrise in den vergangenen Tagen und Wochen relative Stärke gegenüber dem allgemeinen Aktienmarkt, anderen Rohstoffaktien und auch gegenüber Gold. In der Vergangenheit bedeutete das oft der Beginn einer längeren Stärkephase für Goldaktien.

Der APM Gold & Resources Fund ist durch seine flexible Allokation beweglicher als reine Goldinvestments. Sein Anlageuniversum umfasst Gold-, Silber- und Rohstoffaktien sowie indirekte Investments in Gold und Silber. Anders als die Gold-ETF’s mit physischer Hinterlegung wäre der Fonds von einer möglichen Goldkonfiszierung nicht betroffen, da er a) Goldaktien hält und b) die Entwicklung des Goldanteils lediglich vom Goldkurs an den Futures-Märkten abhängt und ein monatlicher Gewinn/Verlustabgleich stattfindet. Im Vergleich zu reinen Goldaktienfonds konnte die Volatilität in der Vergangenheit deutlich begrenzt werden.